Hepatobiliäre Sequenzszintigraphie
Die hepatobiliäre Sequenzszintigraphie (HBSS) ist ein nuklearmedizinisches Verfahren zur Darstellung der Funktionsfähigkeit der Leber und des Gallenwegsystems.
Indikationen (Anwendungsgebiete) der hepatobiliäre Sequenzszintigraphie:
- Funktionsbeurteilung der Gallenwege: Zusätzlich zur morphologischen Darstellung der Gallenwege (Sonographie, CT, MRT/MRCP, ERCP) kann die Funktionsszintigraphie (z. B. bei Kindern) durchgeführt werden. Funktionseinschränkungen sind bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt zu erkennen, sogar oftmals vor Änderungen der Laborparameter. Erfassbar sind z. B.:
- Gallengangverschlüsse: Keine Aktivität im Dünndarm messbar, da der Tracer dort nicht ankommt bzw. verzögerte Traceranreicherung bei inkompletten Verschlüssen.
- Verschluss des Ductus cysticus (Gallenblasengang): keine Traceranreicherung in der Gallenblase.
- Akute bzw. chronische Cholezystitis (Gallenblasenentzündung): keine oder verspätete Traceranreicherung in der Gallenblase.
- Gallengangsektasien (erweiterte Gallengänge): vermehrte Traceransammlung in den Gallengängen, z. B. beim Karoli-Syndrom (zystische Dilatation der intrahepatischen Gallengänge).
- Galleleckagen (undichte Gallenwege): pathologischer Traceraustritt z. B. nach Operationen, Punktionen oder Trauma
- Gallenblasen-Kolon-Fistel (Verbindung von Gallenblase und Kolon): Tracer im Kolon nachweisbar.
- Leberparenchymschäden: Läsionen des Lebergewebes werden durch eine verzögerte Elimination der Radioaktivität erkennbar. Eine Indikation zur Funktionsszintigraphie besteht besonders für Verlaufskontrollen bei hepatotoxischer (lebergiftiger) medikamentöser Therapie (z. B. Zytostatika), leberspezifischer konservativer Therapie (z. B. mit UDCA = Ursodeoxycholsäure) oder bei akutem Leberversagen.
- Kontrolle von Lebertransplantaten: Abstoßung, Gallengangobstruktion (Gallengangverschluss) oder Galleleckagen können nachgewiesen werden.
Das eingesetzte Verfahren hat für den Patienten folgende Vorzüge:
- Aaa
- aaa







